Verhütung

 

Einleitung

 

Hormonale Präparate zur Empfängnisverhütung (hormonale Kontrazeptiva) besitzen eine besonders hohe Zuverlässigkeit. Sie sind dabei völlig reversibel, das heißt, dass Frauen nach dem Absetzen der Präparate wieder schwanger werden kennen.

Hormonale Kontrazeptiva enthalten synthetische Sexualhormone, die in ihrer Wirkung den körpereigenen Östrogenen und Gestagenen ähnlich sind.

Es werden entweder Kombinationen der beiden Hormone verabreicht (Kombinationspräparate) oder Gestagen wird allein verwendet (Monopräparate).

Die Hormone können als Pille eingenommen werden, durch ein Pflaster oder über einen Vaginal Ring aufgenommen werden. Es gibt auch hormonale Depotpräparate, die langsam über einen bestimmten Zeitraum Gestagene im Körper freisetzen. Dazu gehören das Intrauterin-System, Injektionspräparate und Implantate.

Auch die “Pille danach” kann eine Schwangerschaft verhindern.

 

Pille

Der Begriff “Die Pille” ist in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen. Wissenschaftlich nennt man die Pille “Orales Kontrazeptivum” (oral: durch den Mund verabreicht; Kontrazeptivum: Mittel zur Empfängnisverhütung).

Die meisten Pillen sind Kombinationspräparate, welche ein Östrogen und ein Gestagen enthalten. Es gibt aber auch die Minipille, die nur ein Gestagen enthält.

 

Kombinationspräparate
Kombinationspräparate sind üblicherweise in Kalenderpackungen mit 21 Dragees erhältlich. Nach der täglichen Einnahme eines Dragees über 21 Tage folgt ein einnahmefreies Intervall, in welchem eine Blutung auftritt. Es besteht die Möglichkeit, statt des einnahmefreien Intervalls 7 Tage lang hormonfreie Dragees (sogenannte Placebos) zu nehmen. So kann die regelmäßige Einnahme (“Tag für Tag ein Dragee”) sichergestellt werden.

Die Pille konnte seit der Markteinführung im Jahre 1961 in ihrer Hormondosis stark reduziert werden (vor allem in der Östrogendosierung). Als Mikropillen werden besonders niedrig dosierte Präparate mit weniger als 0,05 mg Östrogen bezeichnet.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Östrogen und Gestagen miteinander zu kombinieren. Bei Einphasenpräparaten werden Östrogen und Gestagen in der Einnahmezeit gleichbleibend dosiert. Daneben gibt es verschiedene Stufenvarianten, bei denen die Dosierungen sich während des Einnahmezyklus ändern.

 

Die Wirkungsweise
Der wichtigste Wirkungsmechanismus der Pille ist die Unterdrückung des Eisprungs (Ovulation). Kombinationspräparate werden deshalb auch Ovulationshemmer genannt.

Diese Wirkung wird durch die Sexualhormone in der Pille hervorgerufen. Die Sexualhormone gelangen über den Blutkreislauf zu Hypothalamus und Hypophyse und signalisieren, dass keine weitere Hormonproduktion erforderlich ist.

Die Hypophyse reduziert daraufhin die Bildung von FSH, dem Follikel stimulierenden Hormon. So werden das Wachstum der Eibläschen und auch die körpereigene Östrogenproduktion weitgehend gehemmt. Durch die gleichmäßigen Östrogenspiegel bei Pilleneinnahme fehlt für die Hypophyse das Signal, zur Zyklusmitte hin große Mengen an LH auszuschütten – das Hormon, das im natürlichen Menstruationszyklus den Eisprung auslöst. Der Eisprung wird so verhindert. Ohne Eisprung steht keine befruchtungsfähige Eizelle zur Verfügung und eine Empfängnis ist nicht möglich.

Die Pille hat noch zwei weitere Effekte die einer Empfängnis entgegenwirken:

Sie hemmt die Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut. Diese wächst weniger hoch und hat eine Beschaffenheit, die die Einnistung einer Eizelle nicht ermöglicht.

Weiterhin bewirkt das Gestagen in der Pille, dass der Schleimpfropf im Gebärmutterhals seine zähe Beschaffenheit behält und für Spermien undurchdringlich ist. Der äußere Muttermund und der Gebärmutterkanal bleiben eng gestellt.

 

Risiken und Nebenwirkungen
Die Pille ist ein hochwirksames Arzneimittel, das Nebenwirkungen haben kann. Zur Orientierung finden Sie nachfolgend allgemeine Informationen zu Nebenwirkungen und Risiken der Kombinationspille. Verbindlich sind jedoch immer die Produktinformationen Ihres konkreten Präparats.

Vor der Verschreibung der Pille nimmt der Arzt eine Nutzen-Risiko-Abwägung vor, d.h. dem Nutzen der Pille (zuverlässige Empfängnisverhütung, günstige Begleitwirkungen) werden mögliche Risiken gegenübergestellt. In die Überlegungen werden der Gesundheitszustand der Frau, ihre Krankengeschichte, ihre Lebensgewohnheiten und ihr Alter einbezogen.

Mögliche Nebenwirkungen müssen immer auch im Vergleich zu den oftmals großen Problemen einer unerwünschten Schwangerschaft oder den Risiken eines Schwangerschaftsabbruchs gesehen werden.

Es gibt Anwendungseinschränkungen für hormonale Mittel zur Empfängnisverhütung. Dies sind medizinische Gründe (Kontraindikationen), die die Einnahme der Pille verbieten oder gesundheitliche Zustände, die eine besondere ärztliche Überwachung erfordern.

Allgemein kann man sagen, dass die modernen Mikropillen im Allgemeinen gut verträglich sind. Zu Beginn der Einnahme kann es zu leichten Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder einem Spannungsgefühl in den Brüsten kommen. Meistens verlieren sich diese Symptome nach wenigen Einnahmezyklen. Unregelmässige Blutungen (Schmier- bzw. Durchbruchsblutungen) treten gelegentlich auf. Sie kommen ebenfalls vor allem zu Beginn der Einnahme vor und verschwinden im Allgemeinen nach einigen Monaten. Bei länger andauernden Blutungsunregelmässigkeiten oder dem Ausbleiben der Blutung im einnahmefreien Intervall sollten Sie den Arzt/Ärztin aufsuchen.

Ernsthafte Nebenwirkungen der Pille sind selten. Besonders oft werden Fragen zum Zusammenhang zwischen der Pilleneinnahme und dem Auftreten von Thrombose, Brustkrebs und Gebärmutterkrebs gestellt.

 

Thrombose
Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel, das Blutgefässe verstopfen kann.

Thrombosen können in den Beinvenen (tiefe Beinvenenthrombose) entstehen. Teile des Blutgerinnsels können sich ablösen und über die Blutbahn in die Lunge gelangen, wo sie durch Verschluss von Lungenblutgefässen einen Lungeninfarkt auslösen können. Tiefe Beinvenenthrombosen sind Ereignisse, die auch dann auftreten können, wenn Sie nicht hormonal verhüten, so z.B. auch in der Schwangerschaft. Das Risiko der Entstehung einer tiefen Beinvenenthrombose ist bei Einnahme der Pille etwas höher, als bei Nichtanwendung, aber geringer als in der Schwangerschaft.

Blutgerinnsel können auch in den Blutgefässen des Herzens (Herzinfarkt) oder des Gehirns (Schlaganfall) auftreten. Insgesamt sind solche Ereignisse jedoch selten. Das Risiko von Gefässerkrankungen wird allgemein mit zunehmendem Lebensalter grösser. Besonders hoch ist es bei Rauchern.

Allgemein gilt: Bei Frauen, die die Pille nehmen möchten, müssen die individuellen Risikofaktoren sehr genau beachtet werden. Gegebenenfalls muss eine andere Methode der Empfängnisverhütung empfohlen werden.

Frauen, die die Pille nehmen wollen, sollten aufhören zu rauchen, insbesondere wenn sie alter als 35 Jahre sind.

 

Brustkrebs durch die Pille?
Zur Frage des Zusammenhanges zwischen der Einnahme der Pille und dem Entstehen von Brustkrebs liegt eine Vielzahl von Studien vor. Die Ergebnisse der Studien sind unterschiedlich.

Es gibt Studien, die keinen Zusammenhang zwischen Pilleneinnahme und Brustkrebs zeigen. In anderen Studien wurde bei Frauen, die die Pille nehmen, Brustkrebs geringfügig öfter festgestellt, als bei Frauen gleichen Alters, die die Pille nicht nehmen. 10 Jahre nach Absetzen der Pille besteht allerdings kein Unterschied mehr. Es ist nicht bekannt, ob die Pille den Unterschied verursacht.

Frauen, die die Pille einnehmen, gehen im Allgemeinen öfter zum Arzt/Ärztin, als Nichtnehmerinnen. Daher ist die Chance, einen Brustkrebs zu entdecken, bei Pillennehmerinnen grösser. Da Brustkrebs bei Pillennehmerinnen meist früher entdeckt wird, ist er kleiner und hat seltener Metastasen (Tochtergeschwülste) als bei Frauen, die die Pille nicht nehmen. Dies wiederum erhöht die Heilungschancen ganz deutlich.

 

Gebärmutterkrebs durch die Pille?
Bei Pillennehmerinnen wird etwas häufiger Gebärmutterhalskrebs gefunden. Dies muss nicht durch die Pille bedingt sein, sondern kann mit anderen Faktoren, vor allem bestimmten Virusinfektionen, im Zusammenhang stehen. Frauen, die die Pille nehmen, haben meist ein aktiveres Sexualverhalten und damit ein erhöhtes Infektionsrisiko. Das Infektionsrisiko ist besonders hoch, wenn die Sexualpartner häufig gewechselt werden. Außerdem werden bei Pillennehmerinnen meistens regelmässige Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt, die zu einer häufigeren und frühzeitigen Diagnose des Gebärmutterhalskrebses führen. Man weiß daher nicht, ob der Krebs wirklich häufiger auftritt oder nur seltener übersehen wird.

In seltenen Fällen sind unter Anwendung hormonaler Wirkstoffe gutartige, noch seltener bösartige Veränderungen an der Leber beobachtet worden, die zu inneren Blutungen führen und das Absetzen des Präparates erforderlich machen können. Deshalb ist Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin zu informieren, wenn ungewohnte Oberbauchbeschwerden auftreten, die nicht von selbst in kurzer Zeit vorübergehen.

Krebs der Gebärmutterschleimhaut tritt bei Pillennehmerinnen deutlich seltener auf, als bei Frauen, die die Pille nicht nehmen. Es scheint derzeit erwiesen, dass die Pille das Risiko an Krebs der Gebärmutterschleimhaut zu erkranken um 50 bis 60 Prozent verringert.

Für alle Frauen gilt: Schon die Vorstadien vieler Krebserkrankungen sind erkennbar und können gut behandelt werden. Regelmässige gynäkologische Untersuchungen sind daher wichtig.

Selteneres Auftreten von Krebs des Eierstocks und der Gebärmutterschleimhaut bei Pilleneinnahme
Der Krebs des Eierstocks wird heute vor allem in engem Zusammenhang mit der Ovulation gesehen, da die Oberfläche des Eierstocks verletzt wird, wenn die reife Eizelle den Eierstock verlässt. Die Ovulationshemmung durch die Pille wird daher als eine Schutzwirkung betrachtet.

Auch Krebs der Gebärmutterschleimhaut tritt unter der Wirkung der Pille seltener auf. Diese Schutzwirkung beruht wahrscheinlich darauf, dass das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut bei Pilleneinnahme reduziert wird.

Selteneres Auftreten gutartiger Brusttumore bei Pilleneinnahme
Unter der Einnahme der Pille wurde ein Rückgang des Auftretens gutartiger Brusttumore beobachtet. Schon die Östrogen-Gestagen-Schwankungen im Menstruationszyklus stellen eine Belastung des Drüsengewebes dar. Durch die Konstanz der Sexualhormonspiegel bei der Einnahme der Pille unterbleibt die zyklische Veränderung des Brustdrüsengewebes.

 

Die Minipille
Die Minipille ist ein reines Gestagenpräparat. Die Begriffe Minipille und Mikropille werden oft verwechselt. Die Mikropille ist ein niedrig dosiertes Kombinationspräparat, welches Östrogen und Gestagen enthält.

Bei der Minipille wird das Gestagen in niedriger Dosis täglich eingenommen. Die 7tägige Einnahmepause entfällt.

Die Wirkungsweise der Minipille ist anders als die der Kombinationspille. Bei der Minipille wird die Follikelreifung nicht vollständig unterdrückt und es kann auch zur Ovulation kommen. Der empfängnisverhütende Effekt beruht daher vor allem auf den lokalen Gestagenwirkungen: die Gebärmutterschleimhaut wächst weniger und hat nicht die Beschaffenheit, die die Einnistung einer Eizelle ermöglicht. Der Schleimpfropf im Gebärmutterhals bleibt zähflüssig und wirkt als Barriere gegen die Spermien.

Die Sicherheit der Minipille ist im Vergleich zur Kombinationspille geringer. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die Minipille bei Einnahmefehlern sehr schnell ihre Wirkung verliert. Die übliche Einnahmezeit darf um nicht mehr als 3 Stunden überschritten werden.

Die Minipille ist eine Alternative für Frauen, die eine Östrogen-Gestagen-Kombination nicht vertragen, aber auf die Vorzüge der hormonalen Kontrazeption in Tablettenform nicht verzichten wollen.

Die Minipille ist auch für Frauen in der Stillzeit geeignet. Östrogene hemmen die Milchproduktion, so dass eine Kombinationspille in dieser Zeit nicht empfohlen wird.

Blutungsunregelmässigkeiten sind bei der Minipille etwas häufiger als bei den Kombinationspräparaten.

Es gibt eine neue Generation von Minipillen, die ovulationshemmend wirkt und daher zuverlässiger ist. Dies wird jedoch nur durch eine höhere Dosierung des Gestagens erreicht.

 

Hormonspirale (Intrauterin-System)

Die Hormonspirale (auch IUS = Intrauterin-System genannt) ist die geeignete Methode für Frauen, die ein zuverlässiges, niedrig dosiertes Langzeitkontrazeptivum wünschen. Sie wird in die Gebärmutterhöhle eingelegt und setzt dort bis zu 5 Jahre kontinuierlich sehr geringe Hormonmengen frei. Der Empfängnisschutz ist mit dem der Kombinationspille vergleichbar und beginnt sofort nach der Einlage in die Gebärmutter. Die Frau spürt die Hormonspirale nicht.

Der empfängnisverhütende Schutz beruht vorwiegend auf den lokalen Wirkungen der Hormonspirale, resp. des Gestagens in der Gebärmutter:

Der Schleimpfropf im Gebärmutterhals verdickt sich. Die Spermien können dadurch nicht mehr in die Gebärmutterhöhle vordringen. Die Verdickung des Schleims im Gebärmutterhals kann zusätzlich vor Entzündungen im Beckenbereich schützen.
Der zyklische Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird stark vermindert, die Dicke der Schleimhaut nimmt deutlich ab. Eine Eizelle kann sich nicht in der Gebärmutterschleimhaut einnisten.
Die Beweglichkeit der Spermien wird gehemmt.

Das Intrauterin-System schützt nicht vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Wenn Sie sich vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen wollen, benutzen Sie zusätzlich ein Kondom.

 

Vorteile
Die Hormonspirale eignet sich für Frauen, die eine längerfristige und reversible Verhütung wünschen. Im Laufe der Anwendung der Hormonspirale baut sich die Gebärmutterschleimhaut nur schwach auf. Auch wenn in den ersten 3 bis 6 Monaten der Anwendung auszuschließen Zwischenblutungen auftreten, werden die Monatsblutungen insgesamt mit fortdauernder Anwendung schwächer.

Verträglichkeit der Hormonspirale
Die für die Empfängnisverhütung notwendige Dosis des Gestagens ist sehr gering. Unerwünschte Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Brustspannen oder Übelkeit treten meist nur während der ersten Anwendungsmonate auf, lassen dann aber gewöhnlich bald nach. Einlage und Entfernung können mit leichten Schmerzen und Blutungen verbunden sein.

Es gibt auch Anwendungseinschränkungen, d.h. medizinische Grunde, die die Einlage der Hormonspirale verbieten oder gesundheitliche Zustände, die eine besondere ärztliche Überwachung erfordern.

 

Die Dreimonatsspritze (Injektion) wird in den Gesäß- oder Oberarmmuskel gespritzt. Aus dem Depot im Muskel werden die Hormone langsam ins Blut abgegeben und zu den Zielorganen transportiert. Die Dreimonatsspritze enthält ein hoch dosiertes, lang wirkendes Gestagen, das alle drei Monate vom Arzt in den Gesässmuskel gespritzt wird.

 

Wirkung und Zuverlässigkeit
Die Injektionspräparate sind sehr zuverlässig. Die Dreimonatsspritze verhütet während drei Monaten eine Schwangerschaft, indem sie den Eisprung hemmt und zusätzlich auf die Gebärmutterschleimhaut und den Schleimpfropf im Gebärmutterhals wirkt.

Die Verhütungsspritze schützt nicht vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Wenn Sie Sex mit einem Partner haben wollen, dessen Lebensumstände Sie nicht kennen, benutzen Sie zusätzlich ein Kondom.

 

Vorteile
Die Verhütungsspritze eignet sich für Frauen, die eine längerfristige Lösung wüschen und die Schwierigkeiten mit der regelmässigen Einnahme der Pille haben. Die 3-Monatsspritze ist als reines Gestagenpräparat für Frauen geeignet, die keine Östrogene vertragen.

Für drei Monate müssen Sie nicht mehr an die Verhütung denken. Dies gibt der Spontaneität in der Liebe großen Raum. Frauen, die Schwierigkeiten mit der regelmässigen Einnahme der Pille haben, profitieren ebenfalls von der Verhütungsspritze, weil sie nicht mehr täglich an die Einnahme denken müssen.

Die kontrazeptive Wirkung besteht unabhängig von Magen-Darm-Problemen.

Werden die Injektionen nicht mehr fortgesetzt, können Sie wieder schwanger werden.

 

Nebenwirkungen und Risiken
Die Verhütungsspritze ist ein hochwirksames Arzneimittel, das Nebenwirkungen haben kann. Zu Ihrer Orientierung finden Sie im folgenden allgemeine Informationen zur Verträglichkeit der Verhütungsspritze. Verbindlich sind jedoch immer die Produktinformationen Ihres konkreten Präparates. Lesen Sie daher die Packungsbeilage aufmerksam und lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

Wie bei allen hormonalen Kontrazeptiva kann es anfänglich zu leichten Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder einem Spannungsgefühl in den Brüsten kommen. Meistens verlieren sich diese Symptome aber nach kurzer Zeit.

An der Injektionsstelle können Hautreaktionen auftreten.

In den ersten Wochen der Anwendung kann es zu Blutungsstörungen kommen. Nach längerer Anwendung der 3-Monatsspritze kann es auch zum vollständigen Ausbleiben der Blutungen kommen, da die alleinige Gabe des Gestagens den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut stark unterdrückt.

Werden die Injektionen nicht mehr fortgesetzt, wird die volle Fruchtbarkeit normalerweise wieder erreicht. Dies dauert aber bei der Verhütungsspritze zumeist länger als bei anderen Verhütungsmethoden.

Nach dem Absetzen der Verhütungsspritze kann die Menstruationsblutung mehrere Monate ausbleiben, bevor sich wieder ein normaler Zyklusverlauf einstellt.

Wer sollte die Verhütungsspritze nicht bekommen?
Es gibt medizinische Gründe, die gegen die Anwendung der 3-Monatsspritze sprechen, sogenannte Kontraindikationen.

 

Implantate

Bei Implantaten handelt es sich um ca. 3 cm große Kunststoff-Stäbchen, die ein Gestagen enthalten. Diese werden in einem kleinen Eingriff unter die Haut der Innenseite des Oberarms implantiert und entfernt.

Implantate haben eine hohe Zuverlässigkeit. 24 Stunden nach der Einlage der Stäbchen ist ein Empfängnisschutz gewährleistet, der bis zu 3 Jahre anhält.

Die kontrazeptive Wirksamkeit der Implantate beruht vor allem darauf, dass der Schleimpfropf im Gebärmutterhals für Spermien undurchlässig bleibt und der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut unterdrückt wird. Darüber hinaus wird bei etwa der Hälfte der Anwenderinnen der Eisprung gehemmt.

Nachteilig sind die auszuschließen auftretenden Blutungsunregelmässigkeiten. Bei einigen Frauen führt die alleinige Anwendung des Gestagens auch zum vollständigen Ausbleiben der Blutung.

 

Vaginalring

Wie wirkt der Vaginalring?
Der Vaginalring ist ein Verhütungssystem, das die gleichen Hormone wie die Pille verwendet: Östrogen und Gestagen. Der Wirkmechanismus ist derselbe wie bei der Pille.

- Der Eisprung wird gehemmt. – Der Schleimpfropfen im Gebärmutterhals wird für die Spermien undurchdringlich. – Unterdrückung des Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut.

Anders als bei der Pille werden die Hormone nicht geschluckt, sondern über die Schleimhäute in der Scheide aufgenommen. Diese beiden Hormone sind in einem Kunststoffring eingeschlossen, der zu Beginn des Zyklus in die Scheide eingelegt wird. Nach drei Wochen wird der Ring wieder entfernt; es folgt eine Woche ohne den Ring. In dieser Woche kommt es dann zu einer Blutung, wie das auch bei der Pille der Fall ist. Der Ring wird von der Frau selber eingelegt und wieder entfernt.

Wie sicher ist der Vaginalring?
Er wirkt auf die gleiche Weise wie die Pille und bietet bei korrekter Anwendung auch eine hohe Sicherheit.

 

Für welche Frauen ist der Vaginalring geeignet?
Für Frauen mit unregelmässigem Lebensrhythmus. Für alle, die konkrete Einnahmezeiten nicht einhalten können oder wollen. Nur wenige Frauen müssen auf den Vaginalring verzichten. Bei dieser Fragestellung können Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt/Ihre Ärztin wenden und sich ausführlich beraten lassen.

Für welche Frauen ist der Vaginalring nicht geeignet?
Für den Vaginalring gelten die gleichen Kontraindikationen wie für die kombinierte Pille.

 

Vorteile des Vaginalrings
Neben ähnlichen Vorteilen wie bei der Pille kann unter Umständen das monatlichen „Dran denken“ für gewisse Frauen ein einfacheres Anwendungsschema sein. Erbrechen oder Durchfall haben keinen Einfluss auf die Sicherheit.

 

Nachteile des Vaginalrings
Die Nebenwirkungen des Vagina rings sind vergleichbar mit denjenigen der Pille. Zudem können auszuschließen Scheidenentzündungen auftreten. Der Ring kann unter Umständen beim Sex von beiden Partnern gespürt werden.

 

Hormonpflaster

Wie wirkt das Hormonpflaster?
Ein weiteres System ist das Pflaster zur Empfängnisverhütung. Das Pflaster ist etwa 5×5 cm Groß und enthält ebenfalls die Hormone Östrogen und Gestagen, die über die Haut an den Körper der Frau abgegeben werden. Der Wirkungsmechanismus ist derselbe wie bei der Pille.

- Der Eisprung wird gehemmt. – Der Schleimpfropfen im Gebärmutterhals wird für die Spermien undurchdringlich. – Unterdrückung des Aufbaus der Gebärmutterschleimhaut.

Ein Pflaster wird jeweils für eine Woche aufgeklebt. Nach drei Wochen wird eine Woche lang pausiert, und es kommt zu einer Blutung.

 

Wie sicher ist das Hormonpflaster?
Voraussetzung für eine sichere Verhütung ist die gute Haftung des Pflasters, weshalb die Frau täglich den korrekten Sitz überprüfen sollte. Bei korrekter Anwendung bietet diese Methode einen guten Schutz.

Für welche Frauen ist das Hormonpflaster geeignet?
Für Frauen mit unregelmässigem Lebensrhythmus. Für alle, die konkrete Einnahmezeiten nicht einhalten können oder wollen. Nur wenige Frauen müssen auf das Hormonpflaster verzichten. Bei dieser Fragestellung können Sie sich vertrauensvoll an Ihren Arzt/Ihre Ärztin wenden und sich ausführlich beraten lassen.

Für welche Frauen ist das Hormonpflaster nicht geeignet?
Für das Hormonpflaster gelten die gleichen Kontraindikationen wie für die kombinierte Pille.

 

Vorteile des Hormonpflasters
Neben ähnlichen Vorteilen wie bei der Pille kann unter Umständen das wöchentliche „Dran denken“ für gewisse Frauen ein einfacheres Anwendungsschema sein. Erbrechen oder Durchfall haben keinen Einfluss auf die Sicherheit.

 

Nachteile des Hormonpflasters
Die Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei der Pille. Zusätzlich kommen Hautreizungen relativ häufig vor.

 

Pille danach

Bei der Pille danach (auch postcoitale Pille oder Morning-after pill) handelt es sich um hormonhaltige Präparate, die nach ungeschütztem Sexualverkehr oder nach dem Versagen einer anderen Methode (z.B. gerissenes Kondom) eingenommen werden, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern.

Mit dieser Methode wird die Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut verhindert.

Es gibt verschiedene Präparate (Östrogen-Gestagen-Kombinationen oder reine Gestagen-Präparate) wobei die Hormongabe je nach Präparat als Einmaldosis oder zweimal erfolgt.

In ca. 75 – 99 % der Fälle verhindert die Methode den Eintritt der Schwangerschaft. Je früher die Hormongabe erfolgt, desto grösser ist die Zuverlässigkeit der Methode. Blutungsstörungen, ein Spannungsgefühl in den Brüsten und Übelkeit sind die häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen.

Eine oft gestellte Frage ist die, welchen Unterschied es zwischen dem medikamentösen Schwangerschaftsabbruch und der postmortalen Kontrazeption gibt: Während die sogenannte “Abtreibungspille” eine bereits eingetretene Schwangerschaft beendet, verhindert die postcoitale Pille den Eintritt einer Schwangerschaft. Auch die pharmakologische Zusammensetzung ist eine völlig andere. Der medikamentöse Schwangerschaftsabbruch erfolgt mit einem Antigestagen, während die postcoitale Pille ein Gestagen oder eine Östrogen-Gestagen-Kombination enthält. Die Pille danach kann eine existierende Schwangerschaft nicht beenden.

Die Pille danach ist immer nur eine Notmaßnahme und ungeeignet zur regelmässigen Anwendung.

 

Was in welchem Alter?

In der Gruppe der 18 – 35 jährigen Frauen ist die Pille aufgrund ihrer hohen Zuverlässigkeit, der unkomplizierten Anwendung und der positiven Begleitwirkungen eine der am häufigsten genutzten empfängnisverhütenden Maßnahmen.

Oft wird die Frage gestellt, ab wann und bis zu welchem Lebensalter die Pille und andere hormonale Kontrazeptiva angewendet werden können.

Verordnung hormonaler Kontrazeptiva an Jugendliche
Neuere Erhebung in europäischen Ländern und Nordamerika besagen, dass junge Mädchen durchschnittlich bereits zwischen dem 14. und 16. Lebensjahr den ersten Geschlechtsverkehr haben. Ferner weiß man heute, dass das Stadium der Geschlechtsreife viel früher erreicht wird, als dies noch vor einigen Generationen der Fall war. Die Menarche kann bereits im 11. oder 12. Lebensjahr auftreten. Im Durchschnitt rechnet man damit, dass der Zyklus sich innerhalb von 3 Jahren nach der Menache soweit stabilisiert hat, dass es regelmässig zu einem Eisprung kommt. Die Mädchen können also schwanger werden, wenn sie Geschlechtsverkehr haben.

Diese Tatsache wirft nicht nur medizinische, sondern auch soziale Fragen auf. Eine ungewollte Schwangerschaft kann die Gesundheit, die Psyche und die Zukunft eines minderjährigen Mädchens schwer belasten. Die rechtzeitige Anwendung sicherer Kontrazeptiva ist daher notwendig.

Aus rein medizinischer Sicht ist die Verschreibung einer Mikropille an Jugendliche möglich, wenn die Menarche eingetreten und ein regelmässiger Zyklus etabliert ist.

Die Minipille (reine Gestagenpille) wird von Jugendlichen im Allgemeinen gut vertragen. Viele Mädchen betrachten es als Nachteil, dass es bei der Minipille häufiger zu Zwischenblutungen kommt.

Die Verschreibung der Pille (ob Mikropille oder Minipille) verlangt vom jungen Mädchen ein Mindestmaß an psychischer Reife. Dies betrifft zum einen die verantwortungsvolle Aufnahme von Sexualbeziehungen. Zum anderen gehört dazu die Disziplin der regelmässigen Pilleneinnahme. Insbesondere bei der Minipille darf die übliche Einnahmezeit um nicht mehr als 3 Stunden überschritten werden.

Im Hinblick auf die Depotpräparate (Injektionen und Implantate) gibt es keine altersspezifischen Kontraindikationen für Jugendliche. Bei Depotpräparaten kommt es häufiger zu Blutungsstörungen. Bei längerer Anwendung setzt die Regelblutung oft ganz aus. Nach dem Absetzen der Depotpräparate kann die Menstruationsblutung mehrere Monate ausbleiben, bevor sich ein normaler Zyklusverlauf wieder einstellt.

Die Zeit vor der Menopause
Schon etwa 10 Jahre vor der Menopause beginnt eine Umstellung des Hormonhaushaltes. Dies macht sich für die Frau vor allem durch Blutungsunregelmässigkeiten bemerkbar. Die Blutungsunregelmässigkeiten markieren den Beginn der altersabhängigen Abnahme der Fruchtbarkeit. Dennoch ist es immer noch möglich, dass eine Schwangerschaft eintritt.

Frauen über 40 haben in aller Regel die Familienplanung abgeschlossen und stellen deshalb besonders hohe Anforderungen an die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode.

Es ist aber auch eine Tatsache, dass in der Lebensphase ab 40 gesundheitliche Risikofaktoren vermehrt auftreten. Hierzu zählen z.B. Übergewicht, Bluthochdruck oder negative Veränderungen der Blutfettwerte.

 

Die Mikropille
Werden die Risikofaktoren und die Anwendungsbeschränkungen sorgfältig beachtet, kann die Mikropille auch Frauen nach dem 40. Lebensjahr verschrieben werden.

Das Risiko einer Thrombose ist bei Einnahme der Pille etwas höher, als bei Nichtanwendung, jedoch geringer als bei einer Schwangerschaft. Generell gilt: Bei Frauen, die die Pille nehmen möchten, müssen die individuellen Risikofaktoren sehr genau beachtet werden, insbesondere bei Raucherinnen

 

Das IUS
Das Intrauterin-System (IUS) eignet sich für Frauen in der Pro- und Perimenopause. Bei diesem System handelt es sich um ein T-förmiges Intrauterinpessar, welches ein Gestagen-Reservoir enthält. Es wird in die Gebärmutterhöhle eingelegt und setzt dort bis zu 5 Jahre kontinuierlich geringe Hormonmengen frei.

Die für die Empfängnisverhütung notwendige Dosis des Gestagens ist sehr niedrig. Das IUS ist im Allgemeinen gut verträglich.

Aus Forschung und Entwicklung: Die Östradiol-Pille
Derzeit wird ein orales Kontrazeptivum mit Östradiol und Dienogest, welches nicht nur zuverlässig eine Empfängnis verhütet, sondern gleichzeitig klimakterische Beschwerden verhindert und einen zusätzlichen Schutz gegen Osteoporose bietet, entwickelt. Das Präparat befindet sich bereits in der klinischen Entwicklung.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Praxis Dr. Maßling