Die Wechseljahre

Einleitung

Hormonale Präparate zur Empfängnisverhütung (hormonale Kontrazeptiva) besitzen eine besonders hohe Zuverlässigkeit. Sie sind dabei völlig reversibel, das heißt, dass Frauen nach dem Absetzen der Präparate wieder schwanger werden können.

Hormonale Kontrazeptiva enthalten synthetische Sexualhormone, die in ihrer Wirkung den körpereigenen Östrogenen und Gestagenen ähnlich sind.

Es werden entweder Kombinationen der beiden Hormone verabreicht (Kombinationspräparate) oder Gestagen wird allein verwendet (Monopräparate).

Die Hormone können als Pille eingenommen werden, durch ein Pflaster oder über einen Vaginalring aufgenommen werden. Es gibt auch hormonale Depotpräparate, die langsam über einen bestimmten Zeitraum Gestagene im Körper freisetzen. Dazu gehören das Intrauterin-System, Injektionspräparate und Implantate.

Auch die “Pille danach” kann eine Schwangerschaft verhindern.

Ursachen

Die Wechseljahre beginnen in der Regel zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr der Frau. Die Eierstöcke stellen langsam ihre Funktion ein. Die Zahl der Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken nimmt ab. Der Eisprung findet nicht mehr regelmässig statt. Die Ausschüttung der weiblichen Sexualhormone verringert sich. Es gibt zwei Sorten von weiblichen Sexualhormonen, Östrogene und Progesteron.

Die Phase der Fruchtbarkeit endet mit der Menopause, der letzten Regelblutung im Leben der Frau, die meist um das 52. Lebensjahr herum auftritt. Im individuellen Fall weiß die Frau immer erst rückwirkend, wann die Menopause stattgefunden hat. Wenn ein Jahr lang keine Blutung mehr aufgetreten ist, kann man mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass auch keine weiteren folgen werden.

 

 

Folgen

Nach der Menopause kommt es relativ schnell zu einem Mangel an Östradiol, dem stärksten weiblichen Sexualhormon. Dieses wird in der Geschlechtsreife von den reifenden Follikeln produziert. Nach der Menopause werden noch geringe Östrogenmengen gebildet, vor allem das schwächere Östron. Es wird primär in der Nebennierenrinde und im Fettgewebe produziert.

Da nach der Menopause kein Eisprung mehr stattfindet und infolgedessen kein Gelbkörper im Eierstock entsteht, wird auch kein Gelbkörperhormon (Progesteron) mehr gebildet.

Obwohl in den Wechseljahren die Produktion von Östrogenen und Progesteron nachlässt, ist es doch vor allem der Östrogenmangel, der zu klimakterischen Beschwerden und schwerwiegenden Spätfolgen führen kann.

Klimakterische Beschwerden
Die typischen Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Herzrasen werden durch hormonell bedingte Fehlsteuerungen im vegetativen Nervensystem verursacht.

Im westlichen Kulturkreis klagen 50 – 85 % aller Frauen zwischen 45 und 60 Jahren zumindest gelegentlich über Hitzewallungen. Bei den Hitzewallungen handelt es sich um ein unangenehmes, vorübergehendes Gefühl von Hitze in der Haut, vor allem in den oberen Körperpartien. Das Gesicht rötet sich und es kann zu Schweißausbrüchen kommen. Dauer und Häufigkeit können erheblich schwanken: von wenigen Sekunden bis zu 30 Minuten, mehrmals pro Stunde oder nur einige Male im Monat. Die Hitzewallungen sind oft von Herzrasen begleitet. Da sie häufig nachts auftreten, klagen die betroffenen Frauen über Schlafstörungen.

Viele Frauen im Klimakterium leiden an nervöser Reizbarkeit, Konzentrationsmangel, Depressionen, Angstzuständen oder Nervosität. Diese Störungen sind nicht immer unmittelbar mit dem Hormonmangel in Verbindung zu bringen. Sie können sowohl eine Folgeerscheinung des körperlichen Unwohlseins sein, als auch mit den veränderten familiären und beruflichen Umständen zu tun haben.

 

Spätfolgen des Östrogenmangels
Der Östrogenmangel hat zur Folge, dass sich deutliche Veränderungen am Urogenitalsystem (also den Fortpflanzungsorganen und den harnleitenden Organen) vollziehen. Ferner kann der Östrogenentzug zu Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Östrogene spielen auch für die Versorgung der Haut und den Haarwuchs eine wichtige Rolle. Durch das Absinken der Östrogenspiegel in den Wechseljahren können sich daher auch kosmetische Probleme ergeben, die sehr belastend sein können.

 

Urogenitale Probleme
Als besonders unangenehm erleben die Frauen, dass die Durchblutung der Schleimhäute im Urogenitalbereich abnimmt. Die Scheide wird trocken und für Verletzungen und Infektionen anfällig. Der Geschlechtsverkehr kann erschwert oder sogar unmöglich sein.

Durch Rückbildungserscheinungen im Urogenitalbereich kann es zum Erschlaffen der Muskulatur in diesem Bereich kommen. Der sich daraus ergebende unvollständige Harnblasenverschluss kann nicht nur zu Inkontinenz (Harnträufeln) und ständigem Harndrang führen; Krankheitserreger kann leichter eindringen und häufige Blasenentzündungen verursachen.

Osteoporose
Osteoporose heißt wörtlich übersetzt “poröser Knochen” (im Volksmund auch Knochenschwund genannt). Nach der Menopause kommt es zu einem gesteigerten Verlust von Knochenmasse. Dies ist ein Hinweis darauf, dass Sexualhormone – vor allem die Östrogene – am Erhalt der Knochenmasse beteiligt sind. Osteoporose kann auch bei jüngeren Frauen auftreten, die zu wenig Östrogene bilden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Eierstöcke entfernt werden mussten.

Bei der Osteoporose handelt sich um eine Störung des ständig stattfindenden Skelettumbaues. Der Knochen ist ein lebendes Gewebe. Damit der Knochen den mechanischen Belastungen gewachsen ist, wird ständig alte Knochenmasse abgebaut und durch neue ersetzt. Der Umbauprozess des Knochens erfolgt in zwei Schritten und wird durch spezialisierte Zellen bewerkstelligt. Zunächst bauen Osteoklasten alte Zellstrukturen ab, danach bauen Osteoblasten den Knochen wieder auf.

Falls die Osteoporose nicht behandelt wird, verliert die Frau nach 50 Jahren im Schnitt alle 10 Jahre 10% ihrer Knochenmasse. Dieser Knochenschwund kann bis zu 80% betragen.

Bei der Osteoporose wird mehr Knochensubstanz abgebaut als aufgebaut. Die Knochenstabilität wird geschwächt, so dass selbst geringe Belastungen, wie ein leichter Sturz, zu Knochenbrüchen führen können. Beinahe unbemerkt treten Brüche in den Wirbelkörpern auf, die zum bekannten Phänomen des “Witwenbuckels” führen.

Welche Faktoren beeinflussen die Osteoporose?
Sie können selbst eine Menge tun, um der Osteoporose vorzubeugen. Durch eine ausgewogene Ernährung, die reich an Kalzium und Vitamin D ist, stärken Sie die Knochen.

Achten Sie darauf im Minimum drei Mahlzeiten pro Tag einzunehmen, keine Mahlzeiten zu überspringen, genügend Wasser zu trinken (1,5 Liter/Tag), kalziumreiches Wasser auszuwählen, nicht zu viel Salz zu verwenden, nicht zu viele Proteine (Fleisch, Fisch, Eier, etc.) zu konsumieren und im Minimum vier Milchprodukte pro Tag zu sich zu nehmen. Nikotin, übermäßiger Konsum von Alkohol, Kaffee und Tee sollten vermieden werden.

Bewegen Sie sich auch ausreichend an der frischen Luft. Im Freien kann der Körper UV-Licht der Sonne aufnehmen, das die Bildung von Vitamin D anregt. Durch körperliche Aktivität wird der Knochenstoffwechsel angeregt – ohne Belastung baut jeder Knochen ab.

Osteoporose ist eine stille und schleichend verlaufende Krankheit, die zunächst ohne bemerkbare Symptome fortschreitet. Oft wird die Osteoporose erst anlässlich eines Knochenbruchs diagnostiziert. Dann ist es für eine vorbeugende Behandlung bereits zu spät. Viele Veränderungen im Knochen sind irreversibel. Osteoporose führt aber auch zu großen emotionalen und psychischen Belastungen. Die Frauen leiden an den Veränderungen ihres Aussehens. Aus Angst vor Knochenbrüchen wird die körperliche Aktivität eingeschränkt.

 

Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter sind im Vergleich zu gleichaltrigen Männern vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen weitgehend geschätzt. Sie erkranken wesentlich seltener an Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Schlaganfall. Diesen relativen Schutz schreibt man überwiegend den Östrogenen zu.

Östrogene haben eine positive Wirkung auf die Blutfette, vor allem das Cholesterin. Sie wirken der Entstehung einer Arteriosklerose entgegen, indem sie Ablagerungen (Plaque) in den Gefässen verhindern bzw. verringern und so Gefässverengungen vorbeugen.

Der Östrogenmangel in den Wechseljahren nimmt der Frau diese Schutzwirkung der Östrogene. Erkennbar ist das an der beachtlich ansteigenden Rate der Herzinfarkte bei Frauen nach der Menopause.

 

Probleme mit Haut und Haaren
Als Folge des Östrogenmangels kommt es zur Rückbildung der elastischen und kollagenen Fasern der Haut. Die Aktivität der Talg- und Schweißdrüsen nimmt ab. Die Haut wird trocken und Juckreiz tritt auf.

Die Kopfhaare werden dünner und glanzlos. Die Behaarung in der Schamgegend und im Achselhöhlenbereich nimmt ab.

Einige Frauen entwickeln in den Wechseljahren einen männlichen Behaarungstyp, den sogenannten Hirsutismus. Der Hirsutismus äußert sich durch vermehrtes Haarwachstum an Stellen wie Oberlippe, Kinn, Brust und Innenseite der Oberschenkel. Auch ein “männlicher” Haarausfall (Rückgang des Haaransatzes und Glatzenbildung) kann auftreten. Hirsutismus ist die Folge vermehrten Androgeneinflusses. Zwar bildet auch die jüngere Frau vergleichsweise geringe Mengen männlicher Geschlechtshormone, jedoch können die Androgene durch den Östrogenmangel stärker wirken.

 

Hormonersatztherapie

Wirksamkeit
Therapieform
Therapiedauer
Nutzen und Risiken
Alternativen
Medikamente gegen Osteoporose
Empfängnisverhütung

Wirksamkeit

Bei der Hormonersatz-Therapie werden Sexualhormone, die der weibliche Körper nicht mehr produziert, als Medikamente zugeführt.

Viele Studien haben belegt, dass Frauen in den Wechseljahren von einer Hormonersatz-Therapie profitieren:

- Klimakterische Beschwerden (z.B. Schweißausbrüche, Hitzewallungen) werden gelindert. – Osteoporose bedingte Knochenbrüche werden deutlich reduziert. – Beschwerden durch trockene Schleimhäute (vor allem der Scheide und Harnröhre) werden gelindert. – Psychische Beschwerden (z.B. depressive Verstimmungen) werden gelindert.

Das Ziel der Hormonersatz-Therapie ist die Verbesserung und der langfristige Erhalt der Lebensqualität der Frau.

Ein weit verbreiteter Einwand gegen die Hormonersatz-Therapie ist, dass das Klimakterium ein natürliches Ereignis ist und demzufolge auch die Folgen des Östrogenmangels natürlich und nicht behandlungsbedürftig sind. Dem kann entgegnet werden, dass die heutige hohe Lebenserwartung insofern auch nicht natürlich ist, als sie vor allem den Fortschritten in der Medizin zu verdanken ist. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts starben viele Frauen vor Erreichen ihres 50. Lebensjahres. Heute hat eine Frau nach der Menopause statistisch gesehen noch ca. 30 Lebensjahre vor sich. Es muss darum gehen, die verlängerte Lebenspanne gut zu nutzen.

Therapieform

Obwohl in den Wechseljahren die ovarielle Produktion von Östrogenen und Progesteron nachlässt, ist es doch vor allem der Östrogenmangel, der zu klimakterischen Beschwerden führt. Aus diesem Grund ist Hormonersatz-Therapie vor allem Östrogenersatz.

Im Gegensatz zur hormonalen Kontrazeption werden bei der Hormonersatz-Therapie natürliche Östrogene, wie Östradiol, Östron oder Östriol verwendet. Schering verwendet vor allem das beim Menschen vorkommende Östradiol, das wirksamste natürliche Östrogen. Seit im Jahr 1932 die Synthese von Östradiol in den Schering Laboratorien erstmals gelang und eine (wirtschaftliche) Produktion dieses menschlichen Hormons möglich geworden ist, besteht aus medizinischer Sicht kein Grund, tierische oder künstliche Hormone für die Hormonersatz-Therapie zu verwenden.

Die hauptsächlichen Therapieformen sind die Östrogen-Monotherapie und die Östrogen-Gestagen-Kombinationstherapie.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Hormone zu verabreichen. Die Vielfalt der Darreichungsformen reicht von Tabletten, Pflastern, Gelen und Hormonspritzen bis hin zu vaginalen Präparaten.

 

Östrogen-Monotherapie


Bei der Östrogen-Monotherapie wird das Östrogen allein verabreicht. Die Monotherapie ist nur für Frauen geeignet, denen die Gebärmutter operativ entfernt werden musste. Bei Frauen mit intakter Gebärmutter würde die alleinige Östrogengabe zu einem übermäßigen Wachstum der Gebärmutterschleimhaut führen. Eine Hyperplasie (übermäßiges Zellwachstum) ist mit der Gefahr einer bösartigen Entartung verbunden.

Deshalb werden Frauen mit gesunder Gebärmutter mit einer Kombination aus Östrogen und Gestagen behandelt. Das Gestagen begrenzt das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut.

*Kombinationstherapie *
Bei der Kombinationstherapie gibt es zwei verschiedene Behandlungsformen:

Bei der sequentiellen Hormonbehandlung nimmt die Frau zunächst nur Östrogene. Erst in der zweiten Phase des Behandlungszyklus kommt das Gestagen hinzu. Darauf folgen einige Tage, an denen keine Hormone zugeführt werden – also ähnlich wie bei der Einnahme der “Pille”. In diesem einnahmefreien Intervall tritt eine Abbruchblutung auf, die der Periode ähnelt. Die sequentielle Kombination verordnet der Arzt insbesondere in der Zeit vor und im ersten Jahr nach der letzten Regelblutung, also in der Prä- und Perimenopause.

Bei der kontinuierlichen Hormonbehandlung werden Östrogen und Gestagen gleichzeitig und ohne Pause eingenommen. Es gibt also weder verschiedene Einnahmephasen noch ein einnahmefreies Intervall. Abbruchblutungen sollen dadurch vermieden werden.

Darreichungsformen
Es gibt eine große Vielfalt von Präparaten für die Mono- und Kombinationstherapie. Neben oralen Präparaten werden auch Pflaster, Hormonspritzen und vaginale Präparate angeboten.

Orale Präparate (Tabletten und Dragees) gibt es für die Mono- und die Kombinationstherapie.

Das Pflaster wird auf die Haut geklebt und Östrogen (Östrogen-Monopflaster) oder Östrogen und Gestagen (Kombinationspflaster) werden langsam durch die Haut aufgenommen.

Auch durch Gele können Östrogene transdermal (also durch die Haut) verabreicht werden. In der Regel ist eine tägliche Anwendung notwendig. Hautreizungen sind selten. Allerdings gibt es mitunter Dosierungsschwierigkeiten, da z.B. die Resorption von der Hautfläche oder die Intensität der Einreibung schwer zu kontrollierende Faktoren sind.

Östrogenhaltige Injektionen (Hormonspritzen) werden im Allgemeinen alle 4 Wochen intramuskulär verabreicht. Die Wirkung tritt sehr schnell ein.

Bei vaginalen Präparaten handelt es sich um östrogenhaltige Cremes oder Scheidenzäpfchen. Sie haben überwiegend nur eine lokale Wirkung an der Scheide und beheben Symptome wie Brennen, Juckreiz oder Überempfindlichkeit (z.B. beim Sexualverkehr). Sie haben keine ausreichende Wirkung auf sonstige klimakterische Beschwerden.

Es besteht auch die Möglichkeit, verschiedene Darreichungsformen zu kombinieren. So kann das Östrogen zum Beispiel als Spritze oder Pflaster verabreicht werden und das Gestagen zusätzlich als Tablette genommen werden.

Therapiedauer

Die Dauer der Behandlung muss für jede Frau individuell festgelegt werden.

Ihr Arzt sollte die niedrigste Hormondosis und die kürzeste Behandlungsdauer wählen, die notwendig ist, Ihre klimakterischen Beschwerden zu lindern.

Nutzen und Risiken

Um ein “maßgeschneidertes” Behandlungskonzept für Sie zu erarbeiten, wird Ihr Arzt eine individuelle Nutzen-Risiko-Abschätzung vornehmen, das heißt, er wird die Vorteile einer Hormonbehandlung möglichen Risiken gegenüberstellen. In die Überlegungen wird Ihr allgemeiner Gesundheitszustand, Ihre Krankengeschichte, Ihre Lebensgewohnheiten und Ihr Alter einbezogen.

Nutzen der Hormonbehandlung
Die hohe Wirksamkeit der Hormonbehandlung bei der Linderung von Wechseljahrsbeschwerden ist bewiesen.

Risiken und Nebenwirkungen
Allgemein kann man sagen, dass die Hormonbehandlung gut verträglich ist. In den allermeisten Fällen verschwinden solche Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Wassereinlagerungen und Brustspannen spontan innerhalb weniger Monate nach Einnahmebeginn.

Für einige Frauen kann sich das Risiko erhöhen, eine venöse Thrombose (Blutpfropfbildung in den Venen) zu bekommen. Vor Beginn der Hormonbehandlung wird Ihr Arzt daher abklären, ob solche Risikofaktoren bei Ihnen vorliegen (z.B. erbliche Vorbelastungen, Rauchen, Fettstoffwechselstörungen etc.).

Es gibt Hinweise darauf, dass bei einer langjährigen Hormontherapie (länger als 5 Jahre) mit zunehmender Dauer der Behandlung das Brustkrebsrisiko leicht ansteigt. Nach Beendigung der Hormonbehandlung gleicht sich das Risiko wieder dem von Frauen an, die keine Hormone anwenden.

Bei erhöhtem Brustkrebsrisiko (z.B. einer erblichen Vorbelastung) wird der Arzt die Nutzen und Risiken einer Hormonbehandlung sorgfältig gegeneinander abwägen.

Ob mit oder ohne Hormonbehandlung: Die monatliche Selbstuntersuchung der Brust ist in den Wechseljahren sehr wichtig. Nehmen Sie darüber hinaus alle regelmässigen Krebsvorsorge-Untersuchungen bei Ihrem Arzt wahr.

Um eine Entscheidung über die Dauer und Form der Therapie zu treffen, wird der Arzt gemeinsam mit der Patientin vor allem klären:

Liegen medizinische Gründe vor, die gegen eine Hormonersatz-Therapie sprechen (Kontraindikationen, Risikofaktoren)?
Hat die Frau ein erh
öhtes erblich bedingtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken (Brustkrebserkrankungen naher Blutsverwandter wie Mutter oder Schwester)?

In jedem Fall wird die Patientin in die Nutzen-Risiko-Beurteilung und die Therapieentscheidung mit einbezogen.

Alternativen

Die Hormonersatz-Therapie mit Östrogenen ist eine hochwirksame und ursächliche Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden.

Es kann medizinische Gründe geben, die die Anwendung der Hormonersatz-Therapie verbieten. Daneben gibt es Frauen, die grundsätzlich die Einnahme von Hormonen ablehnen. Für diese Frauen gibt es in gewissem Umfang andere Behandlungsmöglichkeiten.

Pflanzliche Präparate
Es gibt pflanzliche Wirkstoffe, die häufig für die Behandlung klimakterischer Beschwerden verordnet werden. Bestimmte Heilpflanzen aktivieren den Stoffwechsel und können stärkend, aufbauend oder auch beruhigend auf das Allgemeinbefinden einwirken. Diese Formen der Therapie sind jedoch nicht in der Lage, den Hormonmangel als Ursache der Wechseljahresbeschwerden zu beseitigen.

Die Wissenschaft von der Behandlung mit Heilpflanzen (die Phyto-Therapie) hat große Fortschritte gemacht. Durch eine exakte Bestimmung der chemischen Wirkstoffe der Pflanzen ist eine gezielte Anwendung und Dosierung möglich geworden. Es ist insofern zu empfehlen, immer auf pharmazeutisch aufbereitete und genau dosierbare Phyto-Pharmaka zurückzugreifen.

Von selbst hergestellten pflanzlichen Zubereitungen ist dringend abzuraten, da Sie weder den Wirkstoffgehalt noch die Reinheit kontrollieren können.

Auch wenn Sie die Kraft der Heilpflanzen nutzen wollen, sollten Sie immer zuvor den Arzt aufsuchen, denn auch hinter leichten Beschwerden können sich ernsthafte Erkrankungen verbergen.

Einige Heilpflanzen, wie z.B. Türkischer Rhabarber oder Schlangenkraut, enthalten Phyto-Östrogene, eine Klasse chemischer Substanzen mit einer Östrogen-ähnlichen Wirkung.

Phyto-Östrogene in Nahrungsmitteln


Unter Phyto-Östrogenen versteht man in Pflanzen oder Früchten vorkommende chemische Substanzen mit östrogenähnlicher Wirkung (phyto=pflanzlich). Phyto-Östrogene sind vor allem in Hülsenfrüchten, Sojabohnen und ihren Produkten, Vollkornprodukten sowie einigen Obst- und Gemüsesorten enthalten. In einigen Ländern werden Phyto-Östrogene auch in Tablettenform als Nahrungsergänzung angeboten.

Die Annahme, dass Phyo-Östrogene als “natürliche Hormonersatz-Therapie” wirken könnten, resultiert vor allem aus Beobachtungen in fernöstlichen Ländern. Asiatische Frauen leiden im Allgemeinen weniger unter Wechseljahresbeschwerden als Europäerinnen und Amerikanerinnen. Da z. B. in Japan viele Sojaprodukte verzehrt werden, vermuten einige Forscher einen Zusammenhang zwischen Ernährung und klimakterischen Beschwerden. Einen wissenschaftlichen Beweis für diesen Zusammenhang gibt es bisher jedoch nicht. Neben der Ernährung spielen für diesen Unterschied sicher auch kulturelle Faktoren wie Erziehung und Einstellung zur Menopause eine bedeutende Rolle.

Studien konnten bisher nur zeigen, dass Genistein (das Phyto-Östrogen der Soja-Bohne) die Cholesterinwerte senkt. Es scheint, dass Genistein auf diese Weise der Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt. Ob und in welcher Weise Phyto-Östrogene jedoch auf die Gebärmutterschleimhaut, Brustdrüse, Knochen oder Gehirn wirken, ist ungeklärt. Ebenso fehlen geprüfte Empfehlungen, wie viel Phyto-Östrogene man zu sich nehmen müsste, um eine gewünschte Wirkung zu erzielen. Wissenschaftliche Studien, die diese Fragen unter kontrollierten Bedingungen untersuchen, wären daher wünschenswert.

Bisher kann nur davon abgeraten werden, unkontrolliert große Mengen von Phyto-Östrogenen zu verzehren. Nutzen und Risiko sind zum heutigen Zeitpunkt nicht kalkulierbar. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie in grösseren Mengen Phyto-Östrogene verzehren möchten.

Medikamente gegen Osteoporose

Kalzium
Kalzium ist essentiell für den Erhalt von Knochenmasse. Der tägliche Kalziumbedarf kann mit der Nahrung aufgenommen werden. Besonders viel und gut verwertbares Kalzium liefern Milch- und Milchprodukte, vor allem Hartkäse. Der Arzt entscheidet, ob die zusätzliche Einnahme von Kalziumpräparaten sinnvoll ist.

Vitamin D
Vitamin D fördert die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm ins Blut und den Einbau von Kalzium in die Knochen.

Bereits mit einer entsprechenden Ernährung sollte es heute möglich sein, ausreichend Vitamin D zuzuführen. Empfohlen werden z. B. zwei wöchentliche Seefisch-Mahlzeiten.

Mit Hilfe von Sonnenlicht bildet sich Vitamin D auch in der Haut. Nur von April bis Oktober enthält das Sonnenlicht die für die Vitamin D-Bildung ausreichende UVB-Strahlung. In den Wintermonaten leidet ein Großteil der Bevölkerung unter Vitamin-D-Mangel. Auch ältere Menschen, die nicht genug an die frische Luft gehen, können schnell ein Vitamin D Defizit entwickeln.

Dann kann die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten sinnvoll sein. Dennoch sollten Sie sich Vitamin D nicht selbst “verordnen”, da Überdosierungen den Kalziumhaushalt erheblich stören können. Die genaue Dosierung muss der Arzt festlegen.

Bisphosphonate
Bisphosphonate hemmen die Aktivität der knochenabbauenden Osteoklasten und bremsen so den gesteigerten Knochenabbau. Die Aktivität der knochenaufbauenden Osteoblasten wird dabei nicht beeinflusst. Auf diese Weise führt die Behandlung mit Bisphosphonaten zu einer Zunahme der Knochenmasse und einer Senkung der Häufigkeit von Knochenbrüchen.

Selektive Östrogen Rezeptor Modulatoren
Die sogenannten SERMs (Selektive Estrogen Receptor Modulators) zeigen an einigen Geweben eine Wirkung wie natürliches Östrogen, an anderen jedoch einen gegenteiligen, antiöstrogenen Effekt. SERMS beeinflussen den Knochenstoffwechsel günstig (Östrogene Effekt), während sie gleichzeitig die Gebärmutterschleimhaut vor übermäßigem Wachstum schützen (antiöstrogener Effekt). SERMs werden nur gegen Osteoporose eingesetzt. Sie sind nicht für die Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden geeignet, sondern erzeugen zum Teil sogar selbst Hitzewallungen als Nebenwirkung.

Calcitonin
Calcitonin ist ein Eiweisshormon, das beim Menschen an der Regulation des Kalziumhaushaltes beteiligt ist. Es hemmt die Aktivität der knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) und wirkt so einem Knochenmasseverlust entgegen. Calcitonin wird vor allem zur Behandlung der bereits ausgebildeten Osteoporose eingesetzt. Da Calcitonin schmerzlindernd wirkt, wird es auch bei frischen Brüchen häufig verschrieben. Eine vorbeugende Wirkung konnte bisher nur für den Knochen der Wirbelsäule gezeigt werden. Calcitonin muss gespritzt oder über ein Nasenspray verabreicht werden. Calcitonin sollte in der Regel mit Kalzium und Vitamin-D-Gaben kombiniert werden.

Parathydroid Hormon (PTH)
PTH ist ein relativ neues Medikament zur Erhöhung der Knochendichte. Das Medikament wird injiziert.

Physiotherapie
Physiotherapie ist in jedem Fall eine geeignete Begleitmassnahme bei der Behandlung von Osteoporose. Gezielte Physiotherapie hat nicht nur einen direkten Einfluss auf den Knochenstoffwechsel. Gleichzeitig wird der Halteapparat des Skeletts (Muskeln, Sehnen) gestärkt und somit indirekt Knochenbrüchen vorgebeugt.

Wichtig ist, dass ein Übungsprogramm immer mit dem Arzt und Physiotherapeuten gemeinsam ausgearbeitet wird, denn falsche Übungen können mehr schaden als nutzen.

Psychische Probleme
Mit einer gesunden Lebensführung lassen sich viele psychische Probleme wie Gereiztheit, depressive Verstimmungen oder Nervosität positiv beeinflussen.

Es gelingt nicht immer, allein einen Ausweg aus einer vermeintlich hoffnungslosen Lage zu finden. Eine Gesprächstherapie oder der soziale Kontakt in Selbsthilfegruppen können helfen, psychische Probleme zu überwinden. Schlafmittel, Beruhigungsmittel oder Stimmungsaufheller (Antidepressiva) können in Einzelfällen sinnvoll sein. Der behandelnde Arzt wird eine individuelle Nutzen-Risiko-Abschätzung vornehmen, denn auch diese Psychopharmaka können Nebenwirkungen haben.

Schon etwa 10 Jahre vor der Menopause beginnt eine Umstellung des Hormonhaushaltes. Dies macht sich für die Frau vor allem durch Blutungsunregelmässigkeiten bemerkbar. Die Blutungsunregelmässigkeiten markieren den Beginn der altersabhängigen Abnahme der Fruchtbarkeit. Dennoch ist es immer noch möglich, dass eine Schwangerschaft eintritt.

Frauen über 40 haben in aller Regel die Familienplanung abgeschlossen und stellen deshalb besonders hohe Anforderungen an die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode. Hormonale Kontrazeptiva bieten diese Sicherheit. Präparate zur Hormonersatzbehandlung wirken nicht empfängnisverhütend.

Es ist aber auch eine Tatsache, dass in der Lebensphase ab 40 gesundheitliche Risikofaktoren vermehrt auftreten. Hierzu zählen z.B. Übergewicht, Bluthochdruck oder negative Veränderungen der Blutfettwerte.

Werden die Risikofaktoren und die Anwendungsbeschränkungen sorgfältig beachtet, können unterschiedliche, auch hormonelle Verhütungsmethoden, angewendet werden. Insbesondere das Thromboserisiko nimmt mit steigendem Alter und starkem Rauchen zu. Deshalb sollten Frauen, die z.B. orale Kontrazeptiva einnehmen, nicht rauchen, insbesondere wenn sie älter als 35 Jahre alt sind oder wenn andere Risikofaktoren bestehen (z.B. positive Familienanamnese, Gerinnungsstörungen).

Die günstigen Begleiterscheinungen der Pille kommen auch der Frau in der Prämenopause zu gute. Hinzu kommt, dass die Pille einen günstigen Einfluss auf beginnende klimakterische Beschwerden hat.

Neben den hormonalen Mitteln zur Empfängnisverhütung gibt es auch eine Reihe nichthormonaler Methoden, die für die Frau vor der Menopause geeignet sind.

Störungen

Einleitung

Einige gynäkologische Erkrankungen haben ihren Ursprung in Störungen des Hormonhaushaltes.

In den letzten Jahrzehnten hat die medizinische Forschung immer detailliertere Erkenntnisse über die hormonale Steuerung des weiblichen Körpers gewonnen. So werden heute neben Hormonen auch Antihormone (Hemmstoffe der Sexualhormone) eingesetzt, um gezielt gynäkologische Erkrankungen zu behandeln.

 

 

Menstruationsbeschwerden

Einführung
Funktionelle Blutungsstörungen
Schmerzhafte Regelblutung
Das prämenstruelle Syndrom
Endometriose

Als Menstruationszyklus bezeichnet man die Zeit zwischen dem ersten Tag der Regelblutung (Menstruation) und dem letzten Tag vor der nächsten Blutung (durchschnittlich alle 28 Tage).

Aus der zeitlichen Wiederkehr der Regelblutung, ihrer Stärke und Dauer lassen sich Rückschlüsse auf die gesunde oder gestörte Tätigkeit der weiblichen Geschlechtsorgane ziehen.

Blutungsunregelmässigkeiten können den Rhythmus (zu häufige oder zu seltene Blutungen), die Stärke (zu schwache oder zu starke Blutungen) oder die Dauer (zu kurze oder zu lange Blutungen) betreffen. Blutungsunregelmässigkeiten können verschiedene Ursachen haben, die immer im Einzelfall vom Arzt abgeklärt werden müssen.

Wenn organische Ursachen (wie z.B. Polypen oder Tumoren) ausgeschlossen sind, spricht man von funktionellen Blutungsstörungen (dysfunktionale Blutungen). Als Ursache nimmt man vor allem eine funktionelle Störung des Regelsystems von Hypothalamus, Hypophyse und den Eierstöcken an. Die Störungen treten vor allem zu Beginn und zum Ende der Geschlechtsreife auf, wenn das Regelsystem noch nicht oder nicht mehr zuverlässig funktioniert. Treten die Blutungsstörungen wiederholt auf, können sie ernsthafte Konsequenzen haben (z.B. Blutarmut) und bis zur Unfruchtbarkeit führen. Oft wird eine Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut (Kürettage) notwendig.

 

 

Schmerzhafte Regelblutung

Jede Frau registriert kurz vor und während der Regelblutung mehr oder weniger starke Unterleibsbeschwerden. Wenn diese Schmerzen krampfartig werden, spricht man von Dysmenorrhö. Ursache der Beschwerden ist, dass sich die Muskulatur der Gebärmutter zum Zeitpunkt der Regelblutung verstärkt zusammenzieht, um die Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut zu unterstützen. Die Schmerzzustände können auch auf organischen Veränderungen beruhen, z.B. auf Endometriose.

Die Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur werden durch Sexualhormone gesteuert. Östrogene veranlassen die Bildung von Prostaglandinen – körpereigenen Substanzen, die das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur auslösen. Progesteron wirkt gegenläufig und stellt die Gebärmuttermuskulatur ruhig. Wenn es kurz vor der Regelblutung zu einem grösseren Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron kommt, können heftige Unterleibschmerzen resultieren.

Unter dem Begriff “Prämenstruelles Syndrom” werden Beschwerden zusammengefasst, die besonders in den letzten 6 – 8 Tagen vor der Regelblutung auftreten. Besonders häufig klagen Frauen über Empfindlichkeit der Brust, Nervosität, depressive Verstimmung und Reizbarkeit, Unterleibsschmerzen, Kopfschmerzen und Übelkeit. Eine besondere Rolle spielt die Wassereinlagerung im Gewebe, die 1,5 bis 4 Liter betragen kann (Ödembildung).

Das prämenstruelle Syndrom entwickelt sich bei ca. 35 Prozent aller Frauen nach dem 30. Lebensjahr.

Die Ursachen des prämenstruellen Syndroms sind nicht hinreichend geklärt. Man nimmt aber an, dass der Abfall der Progesteronproduktion gegen Ende des Menstruationszyklus eine ursächliche Rolle spielt.

Endometriose

Erkrankung
Behandlung

Erkrankung

Die Gebärmutter ist mit Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) ausgekleidet. Die Gebärmutterschleimhaut unterliegt einem hormonabhängigen Auf- und Abbau während des Menstruationszyklus. Wenn Zellen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle wachsen, spricht man von Endometriose.

Die Ursachen der Endometriose sind weitgehend ungeklärt. Es gibt verschiedene Theorien. So wird zum Beispiel vermutet, dass Endometriumszellen während der Regelblutung durch die Eileiter in die Bauchhöhle geschwemmt werden (retrograde Menstruation). Andere Theorien nehmen eine immunologische Störung an. Auch eine genetische Prädisposition ist möglich.

Endometrioseherde findet man besonders häufig im Bauchraum, aber auch an den Genitalorganen (z.B. den Eileitern), dem Darm oder der Blase. Die Endometriumzellen behalten oft die Eigenschaft, sich zyklisch mit einer Blutung abzustoßen und danach neu aufzubauen. Da außerhalb der Gebärmutter Blut und abgestorbenes Gewebe nicht abfließen können, bilden sich um die Endometrioseherde Entzündungen, Verwachsungen oder mit Abbauprodukten gefüllte Zysten (“Schokoladenzysten”). In Abhängigkeit davon, wo sich die Endometrioseherde gebildet haben, können verschiedene Krankheitsbilder entstehen. Die Endometriose äußert sich vor allem in schmerzhaften Regelblutungen (Dysmenorrhö), verstärkten und verlängerten Blutungen, unklaren Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang und der Blasenentleerung oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Ein hoher Prozentsatz von Frauen mit Endometriose ist unfruchtbar.

Man ging in der Vergangenheit davon aus, dass etwa 10% aller Frauen im gebärfähigen Alter von dieser Krankheit betroffen sind. Nachdem heute die verbesserte Diagnostik mit der Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt werden kann, liegen neuere Schätzungen wesentlich höher. Demnach tritt die Endometriose bei bis zu 44% aller Frauen im gebärfähigen Alter auf.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung, aber auch danach, ob die Frau Kinder bekommen will oder nur die Symptome der Erkrankung behandelt werden sollen.

Ziel ist, die Beschwerden der Frau wirksam zu behandeln und, falls Kinderwunsch besteht, danach mit einer mehrmonatigen medikamentösen Behandlung die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.

Es kommt vor allem zunächst die operative Therapie in Betracht.

Da man annimmt, dass das Wachstum der Endometrioseherde vor allem durch Östrogene stimuliert ist, zielen medikamentöse Behandlungskonzepte darauf, die körpereigene Östrogenbildung zu reduzieren.

GnRH-Analoga greifen in das hormonale Regelsystem ein. Sie hemmen die Ausschüttung von Hormonen aus der Hypophyse. Daher wachsen in den Eierstöcken keine Follikel mehr heran und die Bildung von Östrogenen wird reduziert. Auf diese Weise kommt es zu einer Atrophie (Rückbildung) der Endometrioseherde.

Der Nachteil dieser Therapieform ist, dass es durch den Östrogenentzug zu klimakterischen Ausfallerscheinungen (z.B. Hitzewallungen, Schweißausbrüche) kommen kann. Der Östrogenentzug hat einen negativen Einfluss auf das Skelettsystem und kann osteoporotische Veränderungen begünstigen. Deshalb ist die Verabreichung von GnRH-Analoga nicht für die Langzeitanwendung geeignet und Untersuchungen der Knochendichte werden empfohlen.

Gestagene führen ebenfalls zu einer Rückbildung der Endometrioseherde. Diese Therapieform kann mit Blutungsunregelmässigkeiten verbunden sein.

 

Akne/Hirsutismus

Einleitung
Akne
Hirsutismus
Behandlung

Einleitung

Die verstärkte Bildung männlicher Sexualhormone (Androgene) oder eine Überempfindlichkeit auf Androgene kann bei Frauen zu Akne, Hirsutismus und androgenetischer Alopezie (Haarausfall) führen. Diese Erkrankungen sind für die betroffenen Frauen nicht nur kosmetisch sehr belastend. Häufig sind sie auch mit Störungen des Menstruationszyklus oder Eierstockzysten verbunden. Frauen mit erhöhten Androgenspiegeln haben ein grösseres Risiko der Unfruchtbarkeit, bösartiger Entartungen der Gebärmutterschleimhaut oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Behandlung dieser Erkrankungen kann ursächlich durch die Verabreichung von Antiandrogenen erfolgen.

Akne

Bei Akne handelt es sich um eine Erkrankung der Haut, bei der durch eine Überproduktion von Talg die Ausführungsgänge der Talgdrüsen und Haarfollikel verstopfen. Dies geht einher mit einer verstärkten Verhornung (Ansammlungen von abgestorbenen Hautzellen). Der entstandene Pfropf aus Talg und Horn bietet ideale Bedingungen für die Ansiedlung von Bakterien. Es kommt zur Bildung von Mitessern (Komedonen) und Pusteln. Bei Entzündungen bilden sich in der Umgebung kleine, eiterhaltige Abszesse. Je tiefer die Entzündung ausgeprägt ist, desto eher kommt es zur Narbenbildung. Befallen sind vor allem das Gesicht und die talgdrüsenreichen Stellen auf Brust und Rücken.

Die Entstehung von Akne hat verschiedene Ursachen. Neben einer genetischen Veranlagung spielen insbesondere die männlichen Geschlechtshormone (Androgene) eine entscheidende Rolle. Androgene regen die übermäßige Funktion der Talgdrüsen an. Speziell in der Pubertät (der Zeit, in der sich der Hormonhaushalt umstellt) kann es zu einer vermehrten Androgenproduktion kommen.

Der Einfluss der Hormone auf die Haut
Im Falle von Hautproblemen denkt man nicht in erster Linie an die Hormone. Allerdings stehen einige Hautprobleme in direktem Zusammenhang damit. Der Einfluss der Hormone beschränkt sich nicht nur auf eine fettige Haut, fettige Haare und Akne. Ein exzessiver Haarwuchs kann ebenfalls durch bestimmte Hormonveränderungen hervorgerufen werden (einige Frauen haben Haarwuchs an Körperstellen, wo normalerweise die Haut unbehaart ist.)

Welches ist die Rolle der Hormone
Das sind im vorliegenden Fall die männlichen Hormone (Androgene), welche einen Einfluss auf die Sebumproduktion in der Haut haben und die diesen Prozess auslösen. Die männlichen Hormone kommen auch bei der Frau vor, normalerweise aber in viel geringerem Masse. Während in der Pubertät die Anzahl der Androgene stark steigt, wachsen die Talgdrüsen im Gesicht – aber auch auf dem Rücken, den Schultern und der Brust – und produzieren Sebum. Daraus können dann eine fettige Haut, fettige Haare und Akne entstehen. Vor allem während der Zeit der Pubertät entsteht Akne, aber die Hormone können auch später noch eine Rolle (zum Beispiel an den Tagen vor der Menstruation) spielen.

 

 

Hirsutismus

Bei Hirsutismus handelt es sich um die hormonbedingte Entwicklung eines männlichen Behaarungstypus bei der Frau. Hirsutismus äußert sich z.B. durch vermehrtes Haarwachstum an den typisch männlichen Stellen wie Oberlippe, Kinn, Brust und der Innenseite der Oberschenkel oder das Heraufragen der Schambehaarung bis zum Bauchnabel.

Schwerer Hirsutismus kann sich durch einen starken Ausfall des Kopfhaares bis hin zur Glatzenbildung zeigen (androgenetische Alopezie).

Hirsutismus ist oft vergesellschaftet mit schweren Formen von Akne und Seborrhö (einer verstärkten Absonderung der Hauttalgdrüsen, vor allem im Kopfhaarbereich).

Sind Tumore als Ursache des Hirsutismus ausgeschlossen, kommen vor allem genetische Faktoren in Betracht. Hirsutismus kann durch eine vermehrte Androgenproduktion verursacht werden oder Folge einer Überempfindlichkeit der Haarfollikel auf Androgene sein.

 

Behandlung

Die ursächliche Behandlung von Akne und Hirsutismus bei Frauen besteht darin, die Wirkung der männlichen Hormone einzuschränken.

Sexualhormone, so auch Androgene, können ihre Wirkung nur entfalten, wenn sie sich nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an ihre spezifischen Zielzellen binden. Die Bindestellen an der Zielzelle sind die Rezeptoren.

Sogenannte Antiandrogene blockieren die Androgenrezeptoren der Haut und ihrer Anhangsgebilde (z.B. Talgdrüsen und Haarbalg). So kann die Androgene keine Wirkung entfalten.

Antiandrogene wirken gleichzeitig als Gestagen und daher empfängnisverhütend. Sie werden bei der geschlechtsreifen Frau in Kombination mit einem Östrogen gegeben. So wird der Blutungszyklus stabilisiert und die zusätzliche Anwendung eines Kontrazeptivums erübrigt sich. Zur ausschließlichen Kontrazeption sollen diese Hormonpräparate nicht verwendet werden. Hier stehen die normalen oralen Kontrazeptiva zur Verfügung.

Bei Frauen nach der Menopause oder Frauen, bei denen die Gebärmutter entfernt wurde, können Antiandrogene auch allein gegeben werden.

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